MODUS - Institut für Wirtschafts– und Sozialforschung

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Sozialraumanalysen

Allgemeine Zielsetzung von Sozialraumanalysen

Eine Sozialraumanalyse hat zum Ziel, die soziale Struktur der Gemeinden bzw. Stadtteile abzubilden, um Problemlagen aufzuzeigen und sozialräumliche Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Es werden dadurch Gebiete identifiziert, die besonders günstig in ihrer sozialen Struktur sind und Regionen aufgezeigt, in denen Handlungsbedarf für planerische Interventionen bestehen. 

 

Sozialraumanalysen sind für unterschiedliche Schwerpunkte erstellbar:

- Jugendhilfeplanung (s. Bsp. unten)

- Altenhilfeplanung

- Wirtschaftliche Indikatoren und Verflechtungen

- Bildung

- usw.

 

Bsp. Sozialraumanalyse für die Jugendhilfeplanung

Eine Sozialraumanalyse, die für die Jugendhilfeplanung genutzt werden kann, zielt auf die soziale Entwicklung von Gebieten, in denen Kinder, Jugendliche und Familien Defizite hinsichtlich unterschiedlicher Faktoren, wie z.B. Arbeitslosigkeit, aufweisen. Erst die Identifikation von problematischen Regionen ermöglicht es, Handlungsalternativen aufzuzeigen und in die Jugendhilfeplanung einzubeziehen.

 

Um die verschiedenen Ebenen der Analyse abzubilden, werden Informationen in differenzierter und regionalisierter Form integriert, die die Lebenslagen und die Familiensituationen einbeziehen, sowie die amtlichen Daten der Jugendhilfe berücksichtigen. Anhand geeigneter Indikatoren (Sozialstruktur, Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität etc.) erfolgt eine Einordnung der Gemeinden bzw. Stadtteile hinsichtlich unterschiedlicher Problemlagen, aus der aktueller Handlungsbedarf abgeleitet werden kann. Hierbei kann differenziert werden nach der Dringlichkeit der Interventionen, um je nach Indikator eine spezifische Gewichtung der Problemfelder vorzunehmen.

 

Da Jugendhilfe ein sehr komplexes Gebiet ist, können sehr viele Indikatoren sinnvoll in eine Sozialraumanalyse integriert werden. Einerseits erhöht die Einbeziehung der verschiedensten Indikatoren die Aussagekraft und damit die Qualität der Sozialraumanalyse für die Jugendhilfeplanung, andererseits steigt aber auch der Aufwand und damit die Kosten für eine Sozialraumanalyse.

 

Es ist daher notwendig, ein von allen Beteiligten getragenes Konzept zu entwickeln, wie weit die Sozialraumanalyse ausdifferenziert werden soll. Als Orientierung haben wir im Folgenden ein Basiskonzept („Grundmodul“) und ein erweitertes Konzept („Erweiterte Sozialraumanalyse“) dargestellt.

 

„Grundmodul“ einer Sozialraumanalyse für die Jugendhilfeplanung

Im Rahmen des Grundmoduls werden bei einer Sozialraumanalyse, die ausschließlich für die Jugendhilfeplanung genutzt werden soll, folgende Daten verwendet: Daten zur Bevölkerungsstruktur, Daten zur Sozialstruktur, Jugendhilfedaten, Sonstige amtliche und administrative Daten.

 

Die Einzelindikatoren (z.B. Arbeitslosenquote, Wohnstruktur, Erwerbstätigkeit etc.)  werden zu Gesamtindikatoren zusammengefasst, die die sozialen Problemlagen in den verschiedenen Sozialräumen (i.d.R. die einzelnen Gemeinden des Landkreises bzw. Stadtteile) abbilden.

 

Da in das Grundmodul lediglich Jugendhilfedaten integriert werden, über die die Jugendämter selbst verfügen und die auch vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung veröffentlicht werden, ist der Aufwand für die Sozialraumanalyse relativ gering und kann aufgrund der Vorerfahrungen von uns relativ genau kalkuliert werden.

 

Möglichkeiten einer „erweiterten Sozialraumanalyse“

In vielen Landkreisen bzw. Städten wird bereits seit mehreren Jahren Jugendhilfeplanung betrieben. Hier besteht die Möglichkeit, die in diesem Rahmen erhobenen Daten in die Sozialraumanalyse zu integrieren. Hierdurch wird einerseits die Aussagekraft und damit die Qualität der Sozialraumanalyse für die Jugendhilfeplanung erhöht, andererseits steigt aber auch der Aufwand und damit die Kosten für eine Sozialraumanalyse. Der Kostenaufwand ist hier abhängig von der Menge und der Qualität der zur Verfügung stehenden Daten und kann daher erst noch Datensichtung exakt kalkuliert werden.

 

Denkbar ist z.B. die Erweiterung durch Daten aus dem Bereich Jugendarbeit (bei Durchführung einer Jugendbefragung): Jugendbefragung, Gemeindliche Jugendarbeit, Verbandliche Jugendarbeit, Freizeitinfrastruktur

 

 

 

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Edmund.Goertler@modus-bamberg.de